National Top, International Flop

Patrick | 17.06.2007 | Kategorie: Allgemein | 2555 Kommentare

ZieleinlaufNach der verkorksten Deutschen Team Meisterschaft sollte in Finnland beim 1. Weltcupsprint alles besser werden. Doch dem war leider nicht so. Am Mittwoch Morgen um 6.30Uhr flogen Christoph, Torben und ich von Bremen mit Ryanair nach Tampere, von dort ging es 200 Kilometer weiter Richtung Norden mit einem Mietwagen in die Jukolastadt Lapua. Sofort nahmen wir die beiden Modelevents in Angriff, die verschiedener hätten kaum sein können. Die Qualifikationsläufe wurden vornämlich im Park und einem kleinen Waldstück ausgetragen, das Finale jedoch zum Großteil im Schlusshang des Jukolageländes. Nach dem Modelevent waren wir eigentlich guter Dinge, obwohl die Karte in Aufnahme und Druck einige Schwächen gezeigt hatte.

Am nächsten Morgen ging es in die Qualiläufe. Ich starte sehr gut und hatte immer wieder Gegnerkontakt mit den mir zusammen gestarteten Läufern Andrej Khramov und Jonas Pilblad. Das bestätigte eigentlich mein Gefühl, dass ich gut unterwegs war. Nach dem Sichtposten wechselte das Gelände und die läuferische Komponente wurde mehr und mehr ausschlaggebend. Zu Posten 18 passierte mir dann das Missgeschick, dass ich schon zu 19 orientiert habe und somit wieder in Richtung Posten 14 gelaufen bin. Dort bemerkte ich es und musste die 60m wieder zurücklaufen, A-Finale ade! Nach dem Lauf war ich sehr enttäuscht, doch gleichzeitig versuchte ich das Positive aus dem Lauf zu ziehen, nämlich dass der Speed eigentlich gut genug war fürs Finale.

Fürs B-Finale mussten wir uns bereits 4h vorher in der Quarantäne einfinden. Eine etwas ungünstige Regelung. Dennoch der Lauf war gut besetzt und ich wollte noch ein Mal versuchen anzugreifen. Jedoch war von Beginn an irgendwie der Wurm drin. Beim Einlaufen habe ich bemerkt, dass ich wohl nicht genug gegessen hatte. Der Magen war auf jeden Fall am Grummeln. Gleich zu Posten 2 nahm ich die lange Route rechtsherum und stempelte dann noch zuerst den Damenposten, bemerkte das jedoch an der Codezahl, die ich mir am Start eingeprägt hatte. Bei den kurzen Postenübergängen 5 und 6 verlor ich jeweils ein paar Sekunden, weil ich irgendwie nicht mit der Karte zurecht kam. Dann ging es in den Wald. Die technische Umstellung gelang mir recht gut, obwohl ich bei Posten 10 etwas zu früh suchte und auch ein wenig zu weit links lief. Bei Posten 13 passierte mir dann das gleiche Missgeschick wie im Vorlauf und orientierte bereits zu Posten 14, jedoch bemerkte ich es dieses Mal nicht und musste im Ziel erfahren, dass mir ein Posten fehlte. Nachdem Christoph und Torben dann auch noch erzählten, dass es bei beiden nicht gut lief, war unsere Stimmung völlig am Boden. Wir schämten uns für uns selbst und unsere Leistungen, ein ganz bitterer Tag für uns.
Aber es musste ja weitergehen und das bereits 2 Tage später in Bottrop, Austragungsort der World Games 2005, mit den DBK Sprint:

Da sich 15 Läufer für das A-Finale qualifizieren sollten, lief ich im Vorlauf kontrolliert mit angezogener Handbremse durch und konnte so die Bestzeit setzen. Das Parkgelände hatte jedoch mit dem Stadtgelände samt seinen kniffligen Routenwahlen wenig zu tun. Dennoch eine gute Ausgangsposition für den Finallauf. Diesen absolvierte ich souverän und hatte lediglich an Posten 1 und 11 nennenswerte Zeitrückstände, da ich zu 1 falsch herum um das Haus lief und bei Posten 11 als ich in die Falle des Bahnlegers tappte und kurz in die Sackgasse vor dem Posten einbog, dies jedoch schnell bemerkte und so lediglich 10s verlor. Im Ziel hieß es dann Platz 1, Deutschlands bester Sprinter und 25s vor Pierre Kaltenbacher aus Österreich, na bitte, es geht doch!

Beim abschließenden Bundesranglistenlauf mit Massenstart im Köllnischen Wald war meine Taktik möglichst lange hintendran zu laufen, da ich nicht als Erster im Farndschungel verschollen gehen wollte. Teilweise standen die Posten, wie bei 27 und 28, mitten im 2m hohen Farn- oder Brennesselfeld. Bis zu diesen Posten ging die Taktik trotz einiger Fehler gut auf, jedoch verlor ich dort über 5min und musste so die Spitzengruppe ziehen lassen, die den Posten einfach eher fand. Von dort an bis zum Ziel konnte ich zwar noch ein wenig Zeit gut machen, bis nach vorne reichte es leider nicht mehr. So ging eine anstrengende Woche mit vielen Ereignissen zu Ende. Was folgt ist eine weitere harte Phase, nämlich die der Klausurenvorbereitung. Das hat in den nächsten Woche Priorität. Nichtsdestotrotz, trainiert wird weiter, denn das Ziel Kiew rückt näher und näher!
Model Event WC QualiModel Event WC FinaleDBK Sprint VorlaufBRL Lang 1BRL Lang 2BRL Lang 3BRL Lang 4DBK Sprint Finale

Unglückliches Meisterschaftswochenende in Magdeburg

Patrick | 11.06.2007 | Kategorie: Allgemein | 2536 Kommentare

Dieses Wochenende fand mit der Deutschen Staffel- Mannschaftsmeisterschaft der erste nationale Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Gleichzeitig war dies der Auftakt für eine anstrengende Wettkampfwoche mit insgesamt 7 Wettkämpfen, denn am Mittwoch geht es per Flieger nach Finnland zum Weltcupsprint. Da unsere Jukolastaffel aufgrund von Personalengpässen leider geplatzt ist, fliegen wir bereits am Freitag wieder zurück nach Bremen und von dort aus mit dem Auto in den Ruhrpott zu den deutschen Bestenkämpfen im Sprint und einem Ranglistenlauf… der nationalen Revanche für die verkorkste Team DM!

Aber der Reihe nach:
Bereits am Freitag trafen wir uns mit unserem Team in Bad Harzburg, um uns gemeinsam auf den vereinsinternen Saisonhöhepunkt einzustimmen. Die Vorzeichen waren gut und so reisten wir am Samstag Morgen hochmotiviert nach Ivenrode. Zuerst stand das Staffelrennen auf dem Programm. Unser Startläufer Eike lief ein tolles Rennen und konnte in dem schnellen Wald, bei dem es hauptsächlich auf genaues Kompasslaufen ankam, den Rückstand auf die Führenden in Grenzen halten. Ich startete dieses Jahr an 2. Position und begann das Rennen zusammen mit Torben Wendler (DJK Adler Bottrop) mit hohem Tempo, um möglichst schnell auf die führenden Teams aufzuschließen. Bereits auf dem Weg zum 2. Posten überholten wir die Radebeulerstaffel und ab dem 4. Posten übernahm ich die Führung vor dem Juniorenteam aus Ilmenau. Sofort versuchte ich mich abzusetzen, was mir auch mehr und mehr gelang. Am Posten vor dem Sichtposten machte ich leider einen Parallelfehler und verwechselte zwei Gräben, so dass ich einen Großteil meiner Führung wieder einbüste und schlußendlich nur noch mit 30 Sekungen auf unseren Schlussläufer Christoph übergab. Nach einem verhaltenen Start konnte er das Tempo schnell erhöhen, verlor jedoch auf den zwei langen Übergängen am Ende die Nerven und musste aufgrund zweier grober Fehler die ersten drei Teams aus Ilmenau, Bottrop und Radebeul passieren lassen. Für uns blieb somit nur Blech übrig. Dennoch, Teamzusammenhalt bedeutet auch mit Niederlagen gemeinsam fertig zu werden und somit bauten wir uns gegenseitig im Verein wieder auf, da auch unsere H105 und H145-Teams keinen guten Tag erwischten.

Am darauffolgenden Mannschaftswettbewerb sollte alles anders werden. Die Abläufe waren eintrainiert und die Aufteilung verlief nahezu optimal und sehr effizient. Eines vergaßen wir jedoch: wir kontrollierten nicht noch einmal, die uns von Andersen zugeteilten Tapestreifen mit den anzulaufenden Posten! Wie sich hinterher herausstellen sollte, ein fataler Fehler. Ich hatte zusätzlich zu den 11 Pflichtposten 20 Aufteilposten anzulaufen, konnte zwar kein richtigen Druck mehr machen, da das Gelände auch ein wenig härter zu laufen war, machte aber kaum einen richtigen Fehler, so dass ich eigentlich mit einem guten Gefühl zum Endposten kam. Dass meine Teamkameraden dort schon auf mich warteten war ein gutes Gefühl, weil wir gerade einmal 60min unterwegs waren. Zwischen Sieg und Niederlage entscheidet beim Mannschafts-OL aber manchmal lediglich der Weg von der Zielstation zum Auslesen. So auch bei uns. Andersen hatte auf meiner Runde einen Posten nicht auf den Tapestreifen geschrieben. Ich hatte mich auf diese Informationen verlassen und nicht noch einmal gegenkontrolliert, ob der Posten für mich relevant sein könnte. Ein sehr unglückliches Ende eines bitteren Meisterschaftswochenendes.

Heute sieht die Welt schon wieder besser aus, obwohl es grade blitz und donnert in Paderborn. Aber ich blicke recht zuversichtlich in die kommende harte Wettkampfwoche. Physisch fühle ich mich fit und auch technisch konnte ich mich in den letzten Rennen steigern.

Das kommende Programm:

Mittwoch: 6.30Uhr Abflug Bremen-Tampere, Model Event Lapua
Donnerstag: Vormittag WC Sprint Quali, Nachmittags WC Sprint Finale
Freitag: 10Uhr Rückreise Tampere Bremen
Samstag: Vormittag DBK Sprint Quali in Bottrop, Abends DBK Sprint Finale Bottrop
Sonntag: BRL Langdistanz und WRE Langdistanz Bottrop

Ergebnisse Deutsche Meisterschaften Staffel/Mannschaft
DM Staffel IDM Staffel IIDM Mannschaft IDM Mannschaft II

Vorbereitungen Team DM Teil 2

Patrick | 02.06.2007 | Kategorie: Training | 4 Kommentare

Nach dem 4. Mannschaftstraining in einer Woche müssten nun endlich alle Abläufe stimmen! Die Aufgabe innerhalb des Teams sind klar verteilt und wurden beim Abschlusstraining heute Nachmittag in Hannmünden auch nahezu perfekt umgesetzt! Bereits am Freitag trainierten wir zweimal im Hannoverschen Raum in relevantem Gelände das Laufen im Team. Auch läuferisch ähnelte die Belastung sehr, derjenigen des kommenden Wochenendes. Immer wieder Beine heben in den Gras- und Heideflächen und genaues Kompasslaufen waren der Schlüssel zum Erfolg. Heute Vormittag widmeten wir uns bei den Niedersächsischen Meisterschaften aber auch noch einmal dem Staffellauf. Ich bin als 2. Läufer in den Wald gegangen, nachdem Eike auf der Startstrecke eine gute Grundlage herauslief und nur 30s nach der Spitzengruppe wechselte. Mir gelang ein guter Lauf mit nur einigen kleinen Schlenkern. An den Bergen konnte ich erstaunlich gut Druck machen und war über meine Zeit selbst ziemlich überrascht. Konnte ich doch mit knapp 31 Minuten auf den 5,6km mit 210m Steigung Tagesbestzeiten laufen, obwohl ich mich nach dem Warm up am Morgen gar nicht so gut gefühlt hatte. Christoph haderte etwas mit Karte und Gelände, lief das Rennen aber locker nach hause. Eine geglückte Generalprobe mit Schönheitsfehlern! Mannschaftstraining 2Mannschaftstraining 3LM StaffelMannschafttraining 4

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